Gebrauchtkäufer sind Verbrecher!
August 26th, 2010..sagt zumindest der “Creative Director for Wrestling Games” von THQ, Cory Ledesma. Ich frage mich nun: Was soll das bitte für ein Titel sein, und findet man den im Buch vom Arbeitsamt?
Außerdem frage ich mich: Hat der gute Mann sie noch alle beisammen? Das Zitat, um das es geht, lautet folgendermaßen:
““Ich glaube nicht, dass es uns wirklich interessiert, ob sich Gebrauchtspiele-Käufer darüber ärgern, dass Neukäufer alles bekommen. Wenn sich Gebrauchtspiele-Käufer also darüber ärgern, dass sie das Online-Feature nicht bekommen, habe ich nicht viel Sympathie für sie. Es mag ein wenig unverblümt sein, aber wir hoffen, die Leute nicht zu enttäuschen. Wir hoffen, dass die Leute verstehen, dass wir betrogen werden, wenn die Spiele gebraucht gekauft werden.”
Darüber sollte man einmal in Ruhe nachdenken. Die Spieleentwickler werden betrogen, weil ich ein gebrauchtes Spiel kaufe. Wohlgemerkt: Nicht verkaufe! Flohmarktbesucher sind demzufolge allesamt Betrüger. Was die Verkäufer von Videospielen demzufolge wären, mag ich mir gar nicht ausmalen. Vermutlich stehen die Bastarde auf einer Stufe mit BP. Schande über euch.
Gut, natürlich sehen wir alle den Unterschied zu Raubkopien: Hier wird aus einem “Master”-Original eine ganze Flut von Kopien erstellt, die erheblichen Schaden auf den Umsatz des Entwicklers nehmen. Zumindest theoretisch, über das Thema könnte ich mich bei Gelegenheit auch noch auslassen. Bei Gebrauchtkäufen wechselt lediglich eine Ausgabe eines Spieles den Besitzer, und der zweite Besitzer hätte es logischerweise sowieso nicht zum Vollpreis gekauft. Schauen wir mal in der allmächtigen Wikipedia nach, wie sich “Betrug” definiert. Dort lese ich: Betrug bezeichnet im strafrechtlichen Sinn ein Vermögensdelikt (unwahrscheinlich, wenn es um Käufer geht), und im nichtstrafrechtlichen Sinn eine Vorspiegelung falscher Tatsachen, also ebenfalls Blödsinn.
Okay, Herr Ledesma meint das Ganze also offenbar irgendwie bildlich. Wenn ich ein Spiel gebraucht kaufe, mache ich ihn traurig. Oder so. Mal ehrlich, egal wie man es dreht, es ist und bleibt total bescheuert. Und natürlich wird so ein Unfug wieder einmal von unserer geliebten Spieleindustrie gestartet, Autoren von Büchern interessiert es einen Dreck und selbst die Musik- und Filmbranchen, die beim Thema “Raubkopie” sofort schreiend die Flucht ergreifen, halten sich erstaunlich leise. Aus gutem Grund.
Der Gebrauchtmarkt ist für viele Zocker die einzige Möglichkeit, trotz teilweise horrender Spielepreise auf dem Laufenden zu bleiben, er belebt die Fanwelt durch Börsen und Märkte, durch Ebay und ähnliches. Natürlich ist ein weiterverkauftes Spiel für einen Hersteller weniger erfreulich als ein selbst verkauftes, aber deswegen die Käufer gebrauchter Spiele auf eine Stufe mit Raubkopierern zu stellen, ist einfach lachhaft. Lachhaft! Genau wie diese ekelhaft plumpe Art, den Spielern jegliche Art von Gebrauchtkauf durch DLC-Codes oder Onlineregistrierungen zu vergraulen. Macht lieber ordentliche Spiele, anstatt euch an jedem Blödsinn aufzuhängen. Dann verkauft sich der Mist auch.

















In diesem Zusammenhang lese ich immer öfter-so auch hier-den Vergleich zu Filmen und Büchern der zwar vom Prinzip her richtig sein mag, meiner Meinung nach aber nicht wirklich “greift”: Der Wiederverkauf von gebrauchten Büchern und Tonträgern mag zwar auf Flohmärkten und Privat weit verbreitet sein-wird aber in keinster Weise so professionell und flächendeckend praktiziert wie das zb. die “Institution” Gamestopp mittlerweile mit Spielen praktiziert. Gamestopp hat in den letzten Jahren ein richtiges kleines Imperium aufgebaut und bedient den Markt mit gebrauchten Games und generiert dabei Millionen Umsätze-von sowas können die paar Buchantiquariate in den Uni Städten höchstens träumen und nen Laden der neben dem NEUEN auch das gebrauchte Album von Lady Gaga 20, 30 mal im Regal hat hab ich bisher auch noch nicht entdeckt.
Ich denk darin liegt der Knackpunkt wenn man die 3 Medien und Ihren Wiederverkauf miteinander vergleicht.
Ist natürlich richtig, wobei ein “Gebraucht-CD-Markt” preismäßig kaum lohnen würde. Sowohl CDs als auch DVDs, Bücher usw kosten nur einen Bruchteil eines handelsüblichen Vollpreis-Spieles, da ist der Bedarf nach Schnäppchen wesentlich geringer, würde ich behaupten. Aber: der Boom der Audio-Downloadportale zeigt ja, dass durchaus Interesse an günstigeren Alternativen besteht.
Wenn man vom Taschenbuch ausgeht sicher-aber die Preise von Hardcovern oder gar Fachbüchern für zb. Studenten kommen schon recht nah an game Preise ran-zumindest kenn ich genug Leute die sich die benötigten Kapitel lieber kopieren als das Buch zu kaufen und den Boom der Audio Portale seh ich eher als Zeichen der Zeit/Bequemlichkeit. Eine Generation die monatlich tausende für Klingeltöne raushaut kauft lieber 2 Hits fürn MP3 Player als ein Album für die nicht vorhandene Stereoanlage.
Ist alles richtig, da kann ich nichts anderes sagen
Warum aber noch niemand auf die Idee zu einem “Gebraucht-CD-Markt” gekommen ist, oder das gar mit Bücher durchzieht, verstehe ich auch nicht so ganz. Wäre vielleicht mal eine Geschäftsidee :>
ARSCH
OFFEN
Nach dieser Logik wäre denn ja Internetauktionshäuser einer der größten Dealer weltweit, weil die solche Geschäfte auch noch vermitteln.