..sagt zumindest der “Creative Director for Wrestling Games” von THQ, Cory Ledesma. Ich frage mich nun: Was soll das bitte für ein Titel sein, und findet man den im Buch vom Arbeitsamt?

Außerdem frage ich mich: Hat der gute Mann sie noch alle beisammen? Das Zitat, um das es geht, lautet folgendermaßen:

“Ich glaube nicht, dass es uns wirklich interessiert, ob sich Gebrauchtspiele-Käufer darüber ärgern, dass Neukäufer alles bekommen. Wenn sich Gebrauchtspiele-Käufer also darüber ärgern, dass sie das Online-Feature nicht bekommen, habe ich nicht viel Sympathie für sie. Es mag ein wenig unverblümt sein, aber wir hoffen, die Leute nicht zu enttäuschen. Wir hoffen, dass die Leute verstehen, dass wir betrogen werden, wenn die Spiele gebraucht gekauft werden.”

Darüber sollte man einmal in Ruhe nachdenken. Die Spieleentwickler werden betrogen, weil ich ein gebrauchtes Spiel kaufe. Wohlgemerkt: Nicht verkaufe! Flohmarktbesucher sind demzufolge allesamt Betrüger. Was die Verkäufer von Videospielen demzufolge wären, mag ich mir gar nicht ausmalen. Vermutlich stehen die Bastarde auf einer Stufe mit BP. Schande über euch.
Gut, natürlich sehen wir alle den Unterschied zu Raubkopien: Hier wird aus einem “Master”-Original eine ganze Flut von Kopien erstellt, die erheblichen Schaden auf den Umsatz des Entwicklers nehmen. Zumindest theoretisch, über das Thema könnte ich mich bei Gelegenheit auch noch auslassen. Bei Gebrauchtkäufen wechselt lediglich eine Ausgabe eines Spieles den Besitzer, und der zweite Besitzer hätte es logischerweise sowieso nicht zum Vollpreis gekauft. Schauen wir mal in der allmächtigen Wikipedia nach, wie sich “Betrug” definiert. Dort lese ich: Betrug bezeichnet im strafrechtlichen Sinn ein Vermögensdelikt (unwahrscheinlich, wenn es um Käufer geht), und im nichtstrafrechtlichen Sinn eine Vorspiegelung falscher Tatsachen, also ebenfalls Blödsinn.
Okay, Herr Ledesma meint das Ganze also offenbar irgendwie bildlich. Wenn ich ein Spiel gebraucht kaufe, mache ich ihn traurig. Oder so. Mal ehrlich, egal wie man es dreht, es ist und bleibt total bescheuert. Und natürlich wird so ein Unfug wieder einmal von unserer geliebten Spieleindustrie gestartet, Autoren von Büchern interessiert es einen Dreck und selbst die Musik- und Filmbranchen, die beim Thema “Raubkopie” sofort schreiend die Flucht ergreifen, halten sich erstaunlich leise. Aus gutem Grund.
Der Gebrauchtmarkt ist für viele Zocker die einzige Möglichkeit, trotz teilweise horrender Spielepreise auf dem Laufenden zu bleiben, er belebt die Fanwelt durch Börsen und Märkte, durch Ebay und ähnliches. Natürlich ist ein weiterverkauftes Spiel für einen Hersteller weniger erfreulich als ein selbst verkauftes, aber deswegen die Käufer gebrauchter Spiele auf eine Stufe mit Raubkopierern zu stellen, ist einfach lachhaft. Lachhaft! Genau wie diese ekelhaft plumpe Art, den Spielern jegliche Art von Gebrauchtkauf durch DLC-Codes oder Onlineregistrierungen zu vergraulen. Macht lieber ordentliche Spiele, anstatt euch an jedem Blödsinn aufzuhängen. Dann verkauft sich der Mist auch.