Huiuiui, ich war tatsächlich kurz da! Und zwar am Samstag! Madness!

Das letzte Mal auf einer Gamescom war ich, als diese noch Games Convention hieß und in Leipzig abgehalten wurde. Das war die ersten Male wirklich witzig, aber 2008 (oder 2007?) waren wir eigentlich nur noch pro forma auf der Messe, und haben um einiges mehr Spaß weit entfernt vom Messegelände habt als mitten im Getümmel.

Nun also das erste Mal Köln, und die allgemeine “Köln ist böse!”-Propaganda, die ich innerlich noch von der Leipziger Games Convention mitgenommen habe, muss ich zumindest halbwegs revidieren. Das Gelände ist zwar großer Murks und besteht im Grunde nur aus Betonbauten, Betonfußböden und Beton mit Dreck, aber die Gamescom in Köln hat tatsächlich einen großen Vorteil: Sie ist um Welten besser klimatisiert. Als ich das erste Mal aus der brechend vollen, aber trotzdem angenehm kühlen Halle in ein Außenareal gestolpert bin, bin ich gefühlt einfach weggeschmolzen. Außerdem war ich spontan blind, konnte aber immerhin wieder hören. Meine Herren, ist diese Kölner Gamescom laut. Überall Geschrei von Bühnenshows, lärmende Techno/Heavy Metal und Rockmusik. Überall kreischende Zombiemassen, die sich von völlig unzurechnungsfähigen “Moderatoren” mit T-Shirts und Schlüsselanhängern bewerfen lassen.

Und was gab es nun zu sehen? Für mich nicht viel. Die Möglichkeiten einer Pressekarte konnte und wollte ich nicht ausschöpfen, weil ich in Begleitung eines lustigen Trüppchens Ex-Lotro-Spieler unterwegs war, ergo blieb das, was es für alle gab: Längst bekannte Spiele, keinerlei wirklich neue Überraschungen und einen ganzen großen Haufen Gymnastik-Gameplay mit Wii, Move und Natal. Wenn ich daran denke, dass wir mit ein bisschen Pech so etwas in 5 Jahren als Videospielestandard haben, wird mir schon ein klein wenig übel. Wii war ja noch schön und gut, aber ich möchte bitte auch noch “normale” Spiele haben. Bitte. Vielleicht werde ich einfach zum PC-only Spieler, am guten alten Computer scheint dieser Kelch ja vorüberzuziehen.

Immerhin hatte Kollege René Meyer ja noch genügend Retromaterial zusammenbekommen, um ein wenig Ruhe zu finden. Dort – bei Renés Haus der Computerspiele-Ausstellung gab es übrigens auch den heiß begehrten VGCC-Flyer. Hat ihn wer gefunden? Falls ja: Willkommen, ich hoffe, das Aufbewahren und URL-eintippen hat sich gelohnt!

Ansonsten gab es erschreckend (und das meine ich wörtlich) viel Cosplay-Verkleidungen, von denen nur ein kleiner Teil wirklich toll aussah, die üblichen “Messebabes” (ich hasse das Wort.) (und ich hasse die Tatsache, dass sowas überhaupt nötig ist, um sich auf einer Fachmesse darzustellen), ewig lange Schlangen für Anstehsüchtige und Reptilienfans und das schöne Rheinufer, an dem es lecker Futter, Kölsch und genügend Rasen zum abendlichen In-die-Sonne-Schmeissen für alle gibt. Alles wie gehabt, sozusagen.
Gamescom 2011? Mal gucken.

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