Es ist durchaus als Kunst zu bezeichnen, ein Videospiel, welches optisch (und jetzt werden mich sicher einige Leser vierteilen wollen) und technisch eher auf den Indie-Marktplatz gehört, für den aktuellen Modepreis von 1200 Punkten – immerhin gut 15 Euro – auf Xbox Live zu verticken. Versteht mich nicht falsch, das alleine ist für sich gesehen noch gar nicht so frech, aber wenn man dazu noch einrechnet, dass Limbo in knappen 2 Stunden durchgespielt ist, und dazu noch auf purem Trial-and-Error basiert, kommt man bei aller Liebe ins Grübeln.

Ein Spiel mit ganz ähnlichem Konzept ist in westlichen Landen unter dem Namen Owata mehr oder weniger bekannt – ein Jump’n'run, unbegrenzte Leben, unendlich viele Fallen, die nicht vorhersehbar sind. Und es ist umsonst.

Naja, bei aller Nörgelei: Limbo ist wirklich hübsch. Es ist nicht hübsch im Sinne “Wunderschöne Grafik”, sondern auf eine subtile Art, mit seinen Schwarzweiß-Optiken, seinen Kontrasten und der komplett fehlenden Hintergrundmusik. Aber diese Art von “hübsch” ist eben schnell sattgesehen, und dann bleibt nur noch eine Falle nach der anderen, um den Spieler bei der Stange zu halten.

Ich weiß nicht. Mir ist klar, dass viele, viele Menschen Limbo lieben, und ich kann es sogar verstehen. Ich finde Kunst oder künstlerische Inhalte in Spielen ebenfalls toll. Aber der Limbo-Stil ist irgendwie.. ich weiß nicht, langweilig. Sowohl Schwarzweiß-Optik als auch die Spielerei mit den Umrissen hat man schon seit Urzeiten gesehen. Und ich kann mich nicht mehr dafür begeistern. Wer gerne hammerharte Spiele mit minimalistischer Grafik spielt, soll von mir aus Another World spielen. Viel besser geht es nicht. Aber Limbo.. nääh, nicht mein Ding. Trotzdem, viel Spaß damit!

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