..und Nintendo macht Ernst.

Man könnte fast glauben, es war eine geschickt aufgestellte Falle, gestellt für eine Konkurrenz, die den ganzen lieben langen Tag nichts besseres zu tun hat, als die eigenen Ideen zu mopsen. Man könnte glauben, Nintendo hat sich in den vergangenen zwei Jahren mit Absicht zum Narren gemacht, Casual-Spiele ohne Ende gezeigt, den Vitality Sensor als Sensation aufgespielt, nur, damit die Gegenseite den ganzen Ranz schnell abguckt. Und kaum bringt Ubi tatsächlich einen eigenen Fingerfresser, holt Sony die Wiimote, verzeihung, Threemote incl. Nunchuck heraus und Microsoft weiß mit der technischen Genialität eines Kinect nichts besseres anzufangen, als einfach die komplette Nintendo-Palette einmal rauf- und runterzuspulen, lacht sich Nintendo ins Fäustchen und packt die richtigen Spiele aus.

Zelda. Metroid. Kirby. Donkey Kong. Golden Sun. Fucking Kid Icarus als Starttitel für den neuen 3DS. Der 3D kann, ganz ohne Brille, und das laut ersten Eindrücken sogar richtig gut. Nach diesem 180°-Meisterstück wirkt Microsofts eh schon ziemlich fremdschämige Vorstellung gleich doppelt fürchterlich. Und die zur Zeit aufkommenden Gerüchte, Kinect könne im Sitzen nicht bedient werden, außerdem sei die ganze Vorstellung sei ein einziger Fake voller vorher aufgezeichneter Videos gewesen, helfen da auch denkbar wenig. Der mehr als offensichtliche Versuch, die Presse vor der Konferenz mit dem Cirque de Soleil (dem wohl berühmtesten Zirkus der Welt) gut zu stimmen, um sie danach mit einer geschenkten neuen Xbox 360 ganz unverfroren zu kaufen, ist da nur das Sahnehäubchen. Was zur Hölle ist mit euch los? Mit ein paar eigenen, spaßigen Partyspielen, und einer Handvoll toller Neuentwicklungen im “Hardcore”-Spielebereich, die Kinect intelligent unterstützen und nutzen, könnte es so viel schöner ausgesehen haben, und die Presse wäre ganz von alleine mit positiven Eindrücken aus der Pressekonferenz gekommen.

Sonys Vorstellung war dagegen durchaus anschaubar, auch, wenn die wirklichen Knaller leider ausblieben. Der anfängliche Fokus auf 3D wirkte in den Nachwehen der 3DS-Präsentation etwas unglücklich und erzwungen, aber Sony wusste ja schließlich auch nicht, was bei BigN auf sie zukommt. Aber statt einiger wirklich eindrucksvoller Arcade-Titel,  Team ICO’s Last Guardian oder ähnlich spannender Titel gab es leider hauptsächlich Multiplattformentwicklungen und einen neuen Teil der nur wenig bekannte Twisted Metal-Franchise zu sehen. Immerhin machte Sonys Move einen deutlich besseren Eindruck als Kinect und (zumindest auf der Bühnenshow) auch als Nintendos Wiimote. Es ist zwar immer noch eine Kopie, aber immerhin eine, die auch ordentlich zu funktionieren scheint. Und um neue Ideen, was die Einbindung zusätzlicher Hardware angeht, war Sony ja noch nie wirklich verlegen (Winke, winke, Eye of Judgment, Singstar, Konsorten). Man kann also optimistisch sein.

Ergo Endergebnis: Nintendo > Sony >>> Microsoft. Und bis Gates’ Mannen sich nicht sicher sind, was sie überhaupt mit Kinect anstellen wollen, wird das bis auf weiteres wohl auch so bleiben. Schade.

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