FlashForward ist eine merkwürdige Serie. Ich will sie nicht “schlecht” nennen, aber mit “schlecht durchdacht” könnte ich mich bisher arrangieren.

Warum um alles in der Welt versucht der Hauptcharakter Agent Benford, mit aller Macht seine Vision von einer Wand voller obskurer Hinweise in die Realität umzusetzen? Er weiß, dass er in einer Handvoll Monaten eine Wand im Büro hat, in der lauter Hinweise hängen. Er weiß nicht, warum diese da hängen, und er weiß nicht, was sie bedeuten. Trotzdem sammelt er sie. Damit sie pünktlich zum Flash Forward genau dort hängen, wo sie hängen. Das ist auf so vielen Ebenen einfach nur sinnlos!

Nehmen wir an, er wüsste aus dem Flash heraus, dass diese Hinweise richtig sind (er weiß es nicht!). Dann bräuchte er sie nicht zu sammeln, weil er sie sowieso schon kennt. Nehmen wir an, er wüsste, sie wären falsch – damit erübrigt sich sowieso alles. Also hat er absolut keine Ahnung, ob ihn diese Hinweise irgendwie weiterbringen. Er sammelt den ganzen Krempel einfach nur, weil er hofft, damit an Hinweise zu kommen, wie er das Ende der Welt verhindern kann. Oder irgendetwas anderes schlimmes, ist ja egal. Das Problem ist: Im Flash HAT er all den Krempel schon zusammengeklaut, und trotzdem gabs das Megaunglück. Denkt denn da keiner mal nach?

Anstatt zu versuchen, ernsthaft zu versuchen, das zu verhindern, was im FF passiert (beispielsweise mit echter FBI-Arbeit, für die er eigentlich bezahlt werden sollte), macht er genau das, was im Endeffekt zur Katastophe führt, bzw. nichts daran ändert. Und selbst WENN er es ändern könnte, könnte es auch keinen Flash geben. Womit er nie an die Hinweise gekommen wäre. Womit er sie nie gesammelt hätte.

Mal ehrlich, das ist ein noch größeres Logikloch als sämtliche LOST-Haie zusammengerechnet. Die ganze Serie ist ein einziges Logikloch! Naja, und besonders aufregend ist sie nach dem Piloten auch nicht mehr.

Zeitreisen sind einfach beknackt, völlig egal in welchem Medium sie ausgespielt werden. Außer bei Donnie Darko. Hah.