Zuerst: Entschuldigung für die merkwürdige Textqualität vom Comic, ich teste gerade, wie ich die Dinger optimal komplett in hoher Auflösung fabrizieren kann. Wie man sieht, noch nicht sehr erfolgreich.

So, weiter im Text. Was hab ich die letzten Tage gespielt? Richtig, Mortal Online. Das erste MMO, dass kein WoW-Killer sein will. Zusammengeschustert haben es die Schweden von StarVault, ein kleines Indieteam, welches unter CEO Henrik Nystrom schon damals an Ultima Online gearbeitet hat die Tradition von Ultima Online, dem Mitbegründer der heutigen MMORPGs, aufrechterhalten will. Das bedeutet zweierlei; erstens sollten die Jungs das Thema Sandbox-MMO eigentlich aus dem Effeff kennen, zweitens siehts finanziell nicht halb so rosig aus, wie bei den Softwaregrößen aus den USA. Außerdem sind die Jungs sehr mitteilungsfreudig – sowohl im Forum als auch im IRC-Chat kann man sich stets mit den Entwicklern austauschen.

Darum ist die momentan laufende Open Beta auch mehr oder weniger eine Alpha – viele Sachen funktionieren noch nicht so, wie sie sollen, es gibt zahlreiche kleine und mittelgroße Bugs, aber insgesamt funktioniert das Spiel schon durchaus. Mortal Online ist quasi das genaue Gegenteil von World of Warcraft – es gibt keine Quests, es gibt weder Kompass noch Karte auf dem Bildschirm, es gibt nicht einmal Level, die man aufsteigen kann. Heisst das, man krebst immer auf Steinzeitmensch-Niveau herum? Nein, denn es gibt  Skills, die sich lernen und verbessern lassen. Entweder durch tatsächliches Ausführen der Tätigkeit oder – ähnlich wie bei Eve Online – durch das Lesen von Büchern. So kann man sich in seiner späteren Karriere Waffen bauen, Pferde zähmen, Rüstungen schmieden oder sich als Immobilienmakler versuchen. Jedoch: Entscheidungsfreudigkeit ist Pflicht, man kann auf keinen Fall einen auf Tausendsassa machen.

Mit diesem Prinzip will StarVault das Sandbox-Prinzip aufbauen. Um etwas zu schaffen, braucht man zwangsweise die Hilfe anderer Spieler – oder viel Ingame-Geld, um sich genügend Material zu besorgen. Wer lieber den einsamen Wolf spielt, könnte eine Karriere als Meuchelmörder oder Dieb ins Auge fassen, aber Vorsicht: Innerhalb der Städte passen die Wachen auf, und außerhalb der Städte ist auch ein Schurke nicht sicher, wenn er alleine ist. Denn Mortal Online besitzt ein Open PvP-System, bei dem der Verlierer von jedermann ausgeplündert werden kann. Man muss also zwangsweise sehr vorsichtig sein, sobald die Stadtwache nicht mehr in Rufreichweite sind.

Steuerungstechnisch spielt sich das Ganze weniger wie ein MMO, sondern mehr wie ein Ego-Slasher. Wer Dark Messiah gespielt hat, weiß Bescheid. Mit den derzeitigen Lags, die gerade Abends den Server heimsuchen, ist das Kampfsystem aber noch relativ witzlos – hoffen wir, dass sich das zum Release ändert. Achja, Release: When it’s done.

Update: Danke an [MOR]Cylox aus dem  Mortal-IRC-Chat für die Zurechtweisung bezüglich der Beteiligung von StarVault-Mitarbeitern an Ultima Online. Das war kompletter Unsinn, keine Ahnung, wo ich das aufgeschnappt habe :)

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