Ein trauriger Tag für das Independent-Kino: Das Traditionsstudio Miramax ist mehr oder weniger dicht.

Das Studio wird zwar auf dem Papier vorerst weiterexistieren als Absatzhalter innerhalb Disney (Sechs Releases sind noch in Arbeit), aber die Türen sind zu, und die Zukunft mehr als ungewiss. Auch ob Disney einfach die derzeit unfertigen Titel verkauft ist noch unbekannt – der Schätzwert für den Namen “Miramax” und dessen Filmbibliothek von knapp 500 Titeln liegt bei $1,5 Milliarden Dollar.

Miramax wurde 1979 von Bob und Harvey Weinstein gegründet und hat seit Bestehen für den Amerikanischen Indiefilm eine Menge getan. “Ich fühle mich gerade sehr nostalgisch”, sagte Harvey Weinstein in einem Statement. “Ich weiß, dass die Filme, die unter mir und Bob entstanden sind, weiterleben werden, so wie auch die fantastischen Filme unter der Aufsicht von Daniel Battsek. Miramax hat ein paar großartige Leute, und ich weiß, sie werden damit weitermachen, großartige Dinge in der Industrie zu tun.”

1993 wurde Miramax von Disney gekauft und konnte damit erfolgreicher produzieren denn je. Aber hinter den Kulissen gab es oft Probleme zwischen den Weinsteins und Disneys Michael Eisner. Nach einigen Big-Budget Filmen wie “Cold Mountain” gab es eine laute Trennung, und die Brüder verließen die Firma, die sie dereinst selbst gegründet haben (und nach ihren Eltern benannt: Miriam und Max).

Nur falls es Menschen gibt, die nicht wissen, was Miramax für unsere Kinoabende getan hat: The Crying Game, Pulp Fiction, Der Englische Patient, Good Will Hunting, Das Leben ist schön, Shakespeare in Love, Chocolat, Gangs of New York, The Aviator. Und das ist nur eine kleine Auswahl. Drücken wir die Daumen, dass die Köpfe hinter der Firma allesamt dem Kinobusiness erhalten bleiben.

Quelle: Variety

Ähnliche Posts:
  1. Marvel vs Disney – Schlimme Sache?