..nennt sich dieser Albtraum eines Spieles, der den unvoreingenommenen Importfan in eine Falle lockt, in der ihn Schmerz, Hass und Niedertracht erwarten. Nichtsahnend, welch Grauen ihn erwartet, drückt gerade jetzt, irgendwo auf dieser unseren Welt ein Spieler einen Start-Button. Sein Raumschiff fliegt ins Bild, glänzend, neu, unbeschädigt wie am Tag seiner Konstruktion. Dann: Der erste Gegner. Von Spielen wie R-Type und Gradius gestählt, denkt er: “Ha, das ist ja toll! Ein Ballerspiel! Wie früher!”. Armer Irrer.

Immer mehr Gegner betreten die Planetenoberfläche (denn das erste Level ist IMMER eine Planetenoberfläche! Wäre das erste Level der Weltraum, hätte dieser Spieler noch einen schönen Spieleabend vor sich, denn Weltraumlevel sind den Shootern vorbehalten, die es nicht darauf anlegen, ihren Piloten an den Rand des Wahnsinns zu bringen) und immer mehr Kugeln. Noch fühlt sich der Spieler sicher. “Die Kugeln sind schön groß, das ist fein, da kann ich gut ausweichen. Und langsam sind sie auch.” Es gibt keinen Weg mehr zurück. Die Weichen sind gestellt. Dem Schicksal kann man nicht entkommen.

Irgendwann merkt der Spieler, dass die Gegner viel schneller sind als ihre Kugeln. Und dass so immer mehr Gegner ins Spiel kommen, die immer mehr Geschosse verstreuen. Die immer noch im Bild sind, wenn schon die nächste Gegnerwelle kommt. Und dann kommt der Levelboss. Myriaden von leuchtenden, gehässig langsamen “Bullets” erfüllen den Raum, in Kreisen, Spiralen, psychedelischen Mustern. Schweissausbruch. Ehrfurcht. Erste Zweifel an den eigenen Fähigkeiten. Tod.

Beim dritten, vierten, zehnten Versuch wird mit viel Glück der Gegner bezwungen, und es geht ins zweite Level. Und plötzlich bemerkt der Spieler, dass es in diesem Spiel keinesfalls darauf ankommt, die feindlichen Raumer zu bezwingen. Ebensowenig geht es darum, diesen Horror jemals durchzuspielen. Es geht einzig ums Überleben. Um Zentimeter, die man verbuchen kann, im Vergleich zum letzten Versuch. Cave Shooter (oder – nicht ohne Grund – Bullet Hell Shooter) sind keine Spiele, die man durchspielt, sie spielen einen selbst durch. Bis man geifernd und zitternd vor dem Sofa sitzt, mit zuckenden Augenlidern und schmerzendem Daumen.

Wenn man dranbleibt, spielt man es vielleicht, aber nur vielleicht, irgendwann durch. Mit unvorstellbaren Reaktionen und ebenso unvorstellbar viel Glück besiegt man den den Bildschirm mit tödlichem Chaos zustreuenden Endgegner, den Alb aller Shooterfans, das Monster am Ende des Monsters. Und man sieht die Highscoreliste. Und geht ins Internet, um seine Punkte mit anderen Spielern zu vergleichen, denn sicherlich ist man der Einzige, der diese spielgewordene Probe des Lebensmutes so unnachahmlich bestanden hat.

Und dann beginnt der wirkliche Albtraum.

Mushihime-Sama Futari ist für die Xbox 360 erhältlich, und es ist Regionalfrei!

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