Ich schreibe ja ungern über manche Dinge. Eigentlich gehören dazu auch Unglücksfälle, Politik und Fussball.

Nun möchte ich aber doch mal ein, zwei Zeilen über den Herrn Enke verlieren, oder vielmehr über das Drumherum, das sein Selbstmord nach sich gezogen hat. Es ist der absolute Irrsinn, wie hier mit dem Tod einer berühmten Person versucht wird, einen Medienrummel – und anders kann ich es nicht sagen – zu erwirken, wie es vorher nur Michael Jackson und Lady Di geschafft haben. Mir tut die Familie, die einen schweren Verlust erlitten hat, sehr leid. Ebensosehr, wie der arme Zugfahrer, der – dem Himmel sei dank – aus der ganzen Affäre erfreulich herausgehalten wird. Wer mir nicht leid tut, sind all die Leute, die plötzlich auftauchen, und offenbar allesamt die besten Familienfreunde von Herrn Enke waren. Sie wissen alles, schreiben alles, monetarisieren alles. Eine große, deutsche Zeitung Peinlichkeit ist natürlich mittendrin, aber diverse TV-Sender stehen dem in Nichts nach. Die Beerdigung war vermutlich ein Medienereignis mit entsprechenden Zuschauerzahlen, ich warte nur noch auf den Kinofilm.

Das ganze Theater (und ich bitte wiederum, den Ausdruck nicht auf die Tat an sich zu beziehen) erreicht Ausmaße wie zu besten Fußball-WM-Zeiten, und mir scheint es wirklich so, als würde dieses schlimme Ereignis tatsächlich viele, viele Menschen auf eine beunruhigende Art erfreuen. Wie die Typen, die beim Autobahnunfall erstmal langsamer fahren, um auch ja alles mitzubekommen. Also zusammenfassend: Ihr widert mich an! Lasst die Familie und Freunde in Ruhe, ihr gehört nicht dazu, und es geht euch auch einen Dreck an, was dort passiert.

Natürlich ist ein Nationaltorwart eine Person der Öffentlichkeit, aber auch die Öffentlichkeit sollte ihre Grenzen kennen.

So. Nächstes mal gehts hoffentlich amüsanter weiter, aber das musste ich mal loswerden.