mikuMiku Hatsune. Um diese Dame zu kennen, braucht es schon ein gewisses Nerdlevel. Miku ist ein Computerprodukt, und Miku kommt aus Japan. Eigentlich gibt es sie gar nicht.

Eines schönen Tages bemerkten die Japaner, dass ihre Silbensprache sich perfekt dazu eignet, per Computerprogramm nachgebildet zu werden. Und perfektioniert wurde diese Idee dann von Yamaha mit ihrer seit 2004 stetig weiterentwickelten Vocaloid-Serie, einer Art Sprach-Synthesizer für den Heimgebrauch. Man kann sich das Ganze ähnlich vorstellen wie einen MIDI-Editor (oder für die technisch benachteiligten: Wie ein seeehr kompliziertes Magix Music Maker), im Grunde stapelt man einfach seine Wunschtexte in ein Notenblatt.

Dann noch ein bisschen herumgefitzelt an Aussprache, Akzenten und anderem Kleinkram, und fertig ist das eigene Lied. Die Software erschien jedoch niemals als Yamaha-Produkt, sondern wurde von Drittherstellern lizensiert und in verschiedenen Versionen mit unterschiedlichen Stimmen und eigens entworfenen Manga-Charakteren vermarktet, natürlich stilecht mit jeweils eigenem Image – von Gothictussi über Schulmädchen bis Zukunfts-Styleprinzesschen ist alles dabei.

Womit nun keiner gerechnet hat

Womit nur Japan-Nerds gerechnet

Womit bei diesem Land eigentlich jeder gerechnet hat, ist die unglaubliche Popularität, die die Anime-Mädels bekommen haben, die die jeweilige Stimme repräsentieren. Sowohl maßgeblich an der Verherrlichung der Charaktere beteiligt als auch selbst durch diese groß geworden ist das japanische Videoportal Nico Nico Douga, wo seit erstmaligem Erscheinen der Vocaloid-Software Videos über Videos veröffentlicht wurden. Ganz oben auf der Beliebtheitsliste ist – und damit kommen wir nun zumindest halbwegs zum Kern dieses Beitrags – Miku Hatsune.  Sie ist übrigens nicht das Schulmädchen.

Miku durfte 2007 die Vocaloid2-Generation einleiten, und hat es mittlerweile über Youtube und Konsorten zu Weltruhm geschafft. Ihre Stimme gehört eigentlich Saki Fujita, einer Synchronsprecherin, die niemals in wirklich großen Produktionen dabei war – Durch Miku hat sie es in die Ruhmeshallen der japanischen Generation X geschafft. In der Vocaloid-Serie wurden übrigens seit jeher statt Sängerinnen lieber Synchro-Talente benutzt – der Gesang selbst kommt ja letztendlich aus der Maschine.

Dementsprechend besteht der Großteil von “Mikus” Liedern auch aus typisch japanischem Dance-Techno-Gedöns. Aber – und jetzt kommts – ein einsamer Typ hält die Experimental-Rock-Fahne hoch. Mit Songs, die teilweise an die Hives auf Speed, teilweise an abstruse Horrorfilmsoundtracks erinnern, fasziniert Nashimoto-P, wie er sich selbst nennt (das -P ist so ziemlich allen Vocaloid-Künstlern gemein und steht offenbar für “Producer”). Alle Songs teilen sich eine teilweise unglaubliche Kreativität, und da ich für Kreativität immer zu haben bin, möchte ich dieses Posting nutzen, den Kerl ein wenig bekannter zu machen. Es folgt nun also eine kleine Auswahl an Miku Hatsune-Videos, größtenteils alle von genanntem Nashimoto komponiert und produziert. Ein paar zwar nicht, ist aber geil genug um trotzdem in den Artikel zu dürfen. Viel Spaß!

Miku Hatsune – Yukkuri Shiteite, ne!!

Miku Hatsune – Love is War

Nachfolgende Videos sind allesamt und ungeordnet von Nashimoto, soweit möglich habe ich die Versionen genommen, bei denen die Texte übersetzt sind. Bis aufs erste. Weil das Video der Hammer ist.

“When Swindlers start laughing Out”

“Hold, Release; Raksasha and Carcasses”

“My Honey in the Tragic Dimension”

“Epilogue”

Den Rest dürft ihr euch selbst raussuchen. Hoffe, es gefällt :)

“AaAaAaAAaAaAAa”

Ähnliche Posts:
  1. Gefunden! November 09
  2. Song Summoner – Squenix erobert den Ipod