Kaum freut man sich, als Videospieler wieder ohne Panik vor Selbstjustizlern in der Öffentlichkeit verkehren zu können, da kommt schon das ZDF (Zentrales Demagogen-Fernsehen) und springt heldenhaft in die Bresche: “Gefährliches Flimmern” hieß das diesjährige Machwerk, und anschauen kann man es sich immer noch, nämlich genau hier.

Das Casting der Experten, die für so eine Sendung zwingend ihren Namen hergeben müssen, ist mal wieder nicht von schlechten Eltern:

Gerald Hüter, Neurobiologe, hat zwar mit Spielen wenig am Hut, war aber schon wegen seiner Experimente an Ratten mit Retalin in der Kritik, seine Schlußfolgerung, das seit jahren erfolgreich angewendete Medikament verursache eine Abart der Parkinson-Krankheit, darf bezweifelt werden. Darüber hinaus darf man Hüter durchaus als Sympathisant der neuen Rechten sehen, für die er ebenfalls Artikel veröffentlichte.

Dr. Werner Hopf kommt natürlich aus Bayern und gilt ebenso als radikaler Verfechter eines kompletten Verbots aller Ego-Shooter und ähnlicher Spiele, seine “Studien” kommen unter anderem zu dem Schluss, dass “der Konsum entsprechender Spiele der absolut vorrangige Einflussfaktor für gewalttätiges Verhalten Jugendlicher ist, egal ob es um körperliche, verbale oder psychische Gewalt” sei. Außerdem führen sie laut Hopf geradezu zwangsläufig zu schlechten Schulnoten. Was natürlich völliger Schwachsinn ist. Ebenfalls ein großartiges Zitat von Herrn Hopf und ein weiterer Beweis, wie objektiv das ZDF diese Problematiken angeht:

“Die Gegenseite sagt, dass man die Medienkompetenz der Schüler verbessern muss. Das ist pure Illusion und eine Lüge. 60 Prozent der deutschen Eltern kümmern sich überhaupt nicht um die Mediennutzung ihrer Kinder. Wie soll dann so etwas erreicht werden?”

Es ist intelligenten Menschen völlig klar, dass die Antwort hier nur lauten kann: Verbietet einfach alles, dann passt das schon. Einzig Pädagogikprofessor Wassilis Kassis schränkt ein: Ob Spiele tatsächlich “brutal machen”, hänge natürlich hauptsächlich davon ab, auf welches Individuum diese Spiele wirken.

“Die Gewaltmedien, so schändlich sie auch sein mögen, haben einzig bezogen auf eine ganz spezifische jugendliche Gruppe eine so negative Auswirkung, dass es nachher auch zu Gewaltakten kommt.”

Na dann, herzlichen Glückwunsch.

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