Zwei Worte. Dark Souls.

Mindestens 70% meiner Leser (also 4-5) werden mich dafür auslachen, aber ich habe sowohl Demon’s Souls als auch Dark Souls verpasst, damals. Aus dem einfachen Grund, dass ich niemals eine PS3 besessen habe. Nachdem ich mir also Souls vor einem knappen halben Jahr auf Steam zugelegt habe, hat es sich bei jeglichem Versuch es tatsächlich auszuprobieren mit einem mehr oder minder eleganten Systemabsturz dezent aus der Affäre gezogen.

Dann aber, vor etwa 3 Wochen, standen die Sterne günstig. Aus mir völlig unbekannten Gründen ging es plötzlich weiter, nachdem ich den Startscreen weggedrückt habe, und ich durfte endlich am eigenen Leib erfahren, was dieses Spiel bedeutet.

Dark Souls ist schwer. Es ist aber nicht schwer-schwer. Zu keinem Zeitpunkt denke ich “Scheisse, das ist so unfair!” oder “Was hab ich jetzt wieder falsch gemacht?” oder “HNNNNNNN!!!!!”. Nein, doch, das denke ich sogar des öfteren. Aber die ersten zwei Gedanken kamen niemals auf, denn Souls ist nicht unfair, und Souls zeigt einem klipp, klar und kompromisslos, was man falsch gemacht hat. Zugegeben, ohne zumindest ein wenig im Internet nach Grundsätzlichem zu stöbern ist es schon verdammt hart, alleine wegen der puren Menge an Details, Items und schlicht Basiswissen, welches einem das Spiel nur grenzwertig mit auf den Weg gibt.

Wie viele Spieler vor mir bin ich hunderte Male Richtung Friedhof gelaufen, nur um von zwei übereifrigen Skeletten zermatscht zu werden. Der freundliche Hinweis eines anderen Spielers (“Vor dir: Verzweiflung”) hat auch nicht wirklich weitergeholfen. Natürlich war ich völlig falsch, und natürlich war es klüger, in eine völlig andere Richtung loszumarschieren. Dies habe ich auf die harte Tour gelernt, als nach den mühsam niedergerungenen Skeletten deren Brüder und ihr dummer großer Papa auf mich zugewatschelt kamen.

Dann aber hat es irgendwann “klick” gemacht, und seitdem spiele ich quasi nichts anderes mehr. MMOs? Braucht kein Mensch. RPGs? Schnee von gestern. Actionspiele? Ahahaha! Ich habe jetzt alles in einem Spiel. Und dieses Spiel ist so unglaublich gut, auch wenn der Tod hier mehr zum Leben gehört als das Leben (sogar wortwörtlich) und eine überlebte Spielstunde als deutlicher Erfolg gewertet werden kann. Irgendwann klickt es. Irgendwann merkt man, wie die ganze, fantastisch designte Welt zusammenhängt. Irgendwann liegt der Ziegendämon am Boden, nachdem er dich gefühlte tausend Mal innerhalb von Sekunden wieder unter die Erde getrampelt hat. Irgendwann hat man sich durch die nimmerendende Angriffsserien von Fettmumpel Smough und seinem Angeberkollegen Ornstein manövriert und fühlt sich wie der mächtigste Mensch auf diesem Planeten, wenn man danach frei in der Welt herumteleportieren darf.

Manchmal frage ich mich schon, wie man nach diesem Spiel noch bei irgendeinem anderen Titel wahren Erfolg fühlen kann. Oder Stolz. Oder ehrlichen Spaß, wenn man wieder mal von einem anderen Spieler in einen Abgrund gelotst wurde. Oder ehrlichen Hass, wenn dieser Spieler mal wieder in mein Spiel eindringt und mich zu Klump haut. Aber dann werde ich daran erinnert, dass Souls 2 schon auf dem Weg ist. Day 1.

Wo war ich? Achso, ja –  Dark Souls hat sich selbstverständlich in meine Top 55 geschummelt, als ich diese schon fertig hatte. Darum muss ich den ersten Teil nun so überarbeiten, dass zwar ein Titel “fliegt”, aber das Gesamtbild nicht kaputtgemacht wird und ich trotzdem zufrieden mit der Reihenfolge bin. Und ein neues Mikro habe ich ebenfalls geordert, also wird darauf noch gewartet!

Und bis dahin weiter Souls gespielt.